Mehrsprachig? Einfacher gesagt als umgesetzt!

Heute werfen wir zu Abwechslung mal einen Blick hinter die Kulissen von Eqipia. Wir zeigen euch auf, wie auch ein junges und schlankes Tool innert Kürze eine ziemliche Komplexität annehmen kann. Als Beispiel dienen die Texte in Eqipia und deren Übersetzung in mehrere Sprachen.

Unter Schweizer Startups kursiert der Spruch: «Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall». In der Tat ist die Schweiz nicht der einfachste Markt. Die Kleinräumigkeit bringt spezielle Herausforderungen mit sich und das Geschäftsmodell ist innerhalb der Landesgrenzen nur begrenzt skalierbar. Gerade im B2B-Geschäft mit Grosskunden hat man als Startup die spannenden Leads schnell einmal alle kontaktiert. Angrenzende Märkte wie Deutschland oder Frankreich sind um ein Vielfaches grösser und erst noch homogener (nicht kulturell, sondern strukturell). Noch einmal eine andere Dimension sind die USA, wo es beispielsweise rund 20’000 Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gibt, welche alle mit demselben Produkt in derselben Sprache bedient werden können.

In der Schweiz muss aber ein B2B-Tool eigentlich von Beginn an einen mehrsprachigen Ansatz fahren, ansonsten können Grossunternehmen wie eine Swisscom nicht bedient werden. Da unser Entwicklerteam international arbeitet, läuft ein grosser Teil unserer interner Kommunikation sowieso auf Englisch. Damit waren beim Launch von Eqipia Deutsch, Französisch und Englisch als Sprachen bereits gesetzt. Auf Kundenwunsch werden wir nun in Kürze auch noch Italienisch hinzufügen.

Screenshot PhraseApp

Zur Verwaltung der Sprachen nutzen wir PhraseApp, um sämtliche Wörter und Phrasen von Eqipia einfach zu verwalten. Zudem kann unser Übersetzer-Team direkt online auf die Texte zugreifen. Die Komplexität liegt aber an anderen Orten: Auf Französisch benötigt es für den gleichen Text gefühlt die doppelte Länge wie auf Englisch. Dadurch muss im Layout genügend Platz vorgesehen werden. Dann gibt es auf Englisch kein Duzen und Siezen und die Pluralisierung ist auf Deutsch und Französisch komplizierter. Um nur ein paar Beispiele zu nennen…

Die wirkliche Herausforderung stellt sich aber im Projektmanagement. Bevor ein neues Feature online gehen kann, redigieren wir zuerst alle Texte auf Deutsch. Anschliessend gehen sie in die Übersetzung. Sobald sämtliche Sprachversionen eingepflegt sind, kommt die Schlusskontrolle, ob auch wirklich nichts vergessen ging und ob das Layout in allen Sprachen korrekt dargestellt wird.

Wie eingangs erwähnt ist Eqipia ein schlankes Tool und wir legen grossen Wert auf Einfachheit. Trotzdem muss bei der Übersetzung an jede Beschriftung einer Tabelle, an jeden Tooltip und jede Fehlermeldung gedacht werden. So finden sich in Eqipia bereits 780 sogenannte Keys, also Textstellen. Insgesamt ergibt dies 16’938 Wörter. Es wartet also noch ein ganzes Stück Arbeit auf uns, bevor wir dann effektiv mit der italienischen Version von Eqipia online gehen können!

Über Flurin Müller

Flurin Müller verfügt über mehr als 12 Jahre Erfahrung im Management und der Entwicklung von Web-Projekten. Bei Eqipia ist er für die Produktentwicklung verantwortlich und leitet das internationale Entwicklerteam.

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