Unsere Beweggründe für den Strategiewechsel

Die letzten zwei Jahre hatten es in sich, soviel steht fest! Als Startup operieren wir immer mit stark limitierten Ressourcen. Entscheide müssen schnell und konsequent gefällt werden, da kaum Spielraum für unnötige Experimente existiert. Mit diesem Beitrag schlüsseln wir die Beweggründe auf, warum aus dem ursprünglichen BuddyBroker das neue Produkt Eqipia entstanden ist.

Der erste Wurf

Mit BuddyBroker sind wir im Juli 2013 mit einem ambitiösen Konzept ins Rennen gestartet: Wir wollten ein öffentliches «Öko-System» für Jobempfehlungen schaffen. Jeder sollte sein Kontaktnetzwerk gewinnbringend nutzen können und bei erfolgreichen Jobempfehlungen an seine Kontakte entsprechend finanziell belohnt werden. Unternehmen würden dabei nur im Erfolgsfall bezahlen. Nachdem wir zuvor gut zehn Monate an der Idee und der Umsetzung gefeilt hatten, brannten wir regelrecht darauf, die Plattform in der Praxis zu testen.

Die Anfangseuphorie verflog relativ schnell – zwar verzeichneten wir zu Beginn rege Besucherströme (über die vergangenen Monate hatten wir eine umfassende Mailingdatenbank aufgebaut), jedoch identifizierten wir schon bald die erste Fehlannahme: Unsere Benutzer wiesen ein sehr geringes Interesse auf, «irgendwelche» Jobs Ihren Kontakten zu empfehlen. Die in Aussicht gestellte Erfolgsprämie änderte daran nicht viel. Viel mehr interessierten sie sich für die simple und ansprechende Präsentation der Jobs auf BuddyBroker für die eigene Stellensuche.

Anpassung des Konzepts

So kam es, dass wir das Konzept von «Find the perfect job for your friends» zu «Find the perfect job for you and your friends» anpassten. Benutzer sollten auf BuddyBroker neu in erster Linie für sich den perfekten Job finden und gleichzeitig vereinzelt Jobs an ihre Freunde empfehlen. Dafür «crawlten» wir automatisch möglichst alle ausgeschriebenen Jobs in der Schweiz und «matchten» sie mit dem Benutzerprofil. Dem Benutzer zeigten wir automatisch Jobs an, die zu seinem Profil passen – ohne dass er danach suchen musste. Gleichzeitig war für ihn auch ersichtlich, welche seiner Freunde ebenfalls auf den Job passen würden (was mich nicht interessiert, interessiert allenfalls meine Freunde). Im Hintergrund versendeten wir zudem massgeschneiderte Jobmails an die Benutzer. Das Resultat des angepassten Konzepts war also quasi eine personalisierte Jobsuche mit sozialer Komponente.

Auch wenn wir für die Neuausrichtung viel positives Feedback ernteten, offenbarten sich auch hier rasch zentrale Probleme:

  • Zu breiter Fokus: Jobs crawlen und mit Profilen matchen, eine intuitive Plattform bauen, Mailings versenden sowie eine breite Community aufzubauen, war zu viel des Guten. Wir haben den Do-it-Yourself-Ansatz definitiv überstrapaziert.
  • Das Community Building (Aufbau einer Nutzerbasis) war enorm anspruchsvoll. Unter anderem auch, weil die Community im Jobbereich sehr stark fragmentiert und geografisch gebunden ist. Das Business Model war daher nur beschränkt skalierbar.
  • Der Umgang mit Jobs ist für viele Schweizer diskret. Die automatischen Jobmailings waren daher stets eine Gratwanderung der Akzeptanz.

Im Endeffekt fehlte uns auch mit dem neuen Konzept der klare Produktfokus. Die Abhängigkeit der Anzahl Nutzer auf den Erfolg von BuddyBroker war mit unseren limitierten Ressourcen zudem hoch riskant.

Canvas-v2.0

Das ursprüngliche Business Model Canvas von BuddyBroker

Zusammenschluss mit Eqipia & Neuausrichtung

So war es unabdingbar, dass wir im Frühling 2014 unser Business Model grundlegend überdenken mussten. Zu diesem Zeitpunkt war es ausgeschlossen, dass wir mit den ausgewiesenen Kennzahlen weitere Investoren gewinnen konnten.

Eine Spontanbegegnung sollte unseren weiteren Geschäftsverlauf nachhaltig prägen: Nach mehreren Gesprächen mit dem Startup Eqipia erkannten wir ungemein viel Synergiepotenzial. Gemeinsam analysierten wir unsere Stärken und Schwächen und formten aus den Assets beider Unternehmen eine nachhaltiges Konzept.

Da Eqipia bereits im Vorfeld im B2B-Bereich aktiv war, entschieden wir uns die Marke beizubehalten und die BuddyBroker AG als juristische Form hinter dem Produkt zu verwenden. BuddyBroker als Plattform führen wir seit dem Zusammenschluss in der bekannten Form nicht mehr weiter.

Im Mai 2014 stürzten wir uns dann in die Umsetzung der gemeinsamen Vision, seither hat sich ungemein viel zum Positiven gewendet – und seit gut einer Woche sind wir nun auch mit unserer neuen Produktwebsite eqipia.com online!

Über Flurin Müller

Flurin Müller verfügt über mehr als 12 Jahre Erfahrung im Management und der Entwicklung von Web-Projekten. Bei Eqipia ist er für die Produktentwicklung verantwortlich und leitet das internationale Entwicklerteam.

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