Trendforum Personalmarketing: Spannende Referate und Interaktionen

Letzten Mittwoch fand im leicht dezentral gelegenen, aber besuchenswerten Halle (Saale) die 1. Ausgabe des Trendforums Personalmarketing statt. Auch die Location war exotisch, fand der Event doch im Multimediazentrum und dort in einem gemütlichen Kinosaal statt. Da es ein neues Format war, blieb die Teilnehmerzahl überschaubar. Dafür war die Atmosphäre umso persönlicher und die Interaktionen zwischen Referenten und Publikum einiges grösser und besser als bei den meisten anderen Veranstaltungen dieser Art.

Einsatz von Social Media & überlegtes Handling laufender Kontakte und der Gespräche (Copyright: Prof. Peter M. Wald)

Auch die Referenten konnten sich sehen lassen: In seiner Keynote zeigte Prof. Peter Wald für einmal wissenschaftlich auf, wo die Trends im Recruiting liegen, welche Rolle Social Media (nicht) spielen kann und was dies mit dem Expectation Management zu tun hat. Werden nämlich falsche Erwartungen geweckt, führt dies zu einer Störung der Sozialisation neuer Mitarbeiter, erhöhter Fluktuationsneigung, mangelnder Arbeitszufriedenheit sowie niedriger Leistungsbereitschaft. Nebst Medienkompetenz empfiehlt er den Recruitern deshalb primär die Entwicklung einer Gesprächskompetenz.

Gänzlich kritisch gegenüber Social Media eingestellt ist die GISA, vertreten durch Anja Kutzler: Nach einer umfassenden Analyse überwogen die Risiken, weshalb man Social Networks nur minimal und als «Pflichtübung» einsetzt. Man will bewusst keinen Dialog mit der Zielgruppe aufbauen, da dies nicht zur Kultur der GISA passe. Zentrales Kommunikationsinstrument bleibt die eigene Website, welche man vollständig kontrollieren kann. Anzumerken bleibt hier unseres Erachtens folgendes: Die Diskussion über GISA als Arbeitgeber findet im Web statt, unabhängig davon ob die GISA selber solche Instrumente nutzt oder nicht, und vollständig kontrollierbar sind Meinungsäusserungen schon längst nicht mehr.

Ein absolutes Trendthema griff Mirko Kisser von Celloon auf, nämlich Mobile Recruiting: Während alle (Recruiting-)Welt nun von QR-Codes auf Stellenanzeigen spricht, geht Celloon einen Schritt weiter und bietet mit dem «Mobile Catcher» eine einfache mobile Website an, wo der Bewerber z.B. seine Mailadresse hinterlegen kann, und dann z.B. per Mail weitere Informationen erhält und die Kommunikation via Mail weiterführen kann. Damit ist nämlich der «Call-to-Action» gewährleistet und aus Sicht des Unternehmens ein Lead generiert. Den Besucher nur via QR-Code auf die Online-Stellenanzeige weiterzuleiten (die dann oftmals eh nicht für den kleinen Bildschirm optimiert ist), bringt nämlich gar nichts.

Melanie Brünen von der buw Unternehmensgruppe zeigte verschiedenste Videos, mit denen sie sich als transparenten, offenen und sympathischen Arbeitgeber präsentieren wollen. Ganz nach dem Motto: «Unsere Mitarbeiter sprechen für uns». Nebst Insights zu Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zum Film machte sie auch deutlich, dass es nicht immer Highend-Produktionen sein müssen, sondern es durchaus mal etwas handgestrickt sein darf.

«Social» in einem ganz anderen Sinn ist das Personalmarketing der Deutschen Telekom, präsentiert von Ute Neher: Nach dem Motto «Follow the Talents» ging sie mit Glacé-Velo und Gipfeli bewaffnet direkt vor die Firmengebäude der Konkurrenz. Mit dieser sympathischen Aktion setzten sie dem einen oder anderen den Floh ins Ohr, dass ein Jobwechsel doch an der Zeit wäre und die Deutsche Telekom auch ein spannender Arbeitgeber wäre. Mit Street Graffitis auf dem Parkplatz (siehe Bild) überbrachten sie dann die gleiche Nachricht noch etwas deutlicher.

Und dann durften auch wir noch Eqipia vorstellen und aufzeigen, wie Kunden wie die KPMG das Team hinter dem Stelleninserat zeigt und damit die beruflichen und privaten Netzwerke der Mitarbeiter nutzen.

Wir danken dem Team um Frank Sitta und Stefan Person für den spannenden Anlass – und die geografische Horizonterweiterung!

Über Patrick Mollet

Dr. Patrick Mollet ist Experte für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit Trends und Entwicklungen in diesen Bereichen und berät Top-Unternehmen. Seine Leidenschaft sind innovative Web-Projekte.

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